Paschke / Kaleske

 

Im Jahre 1877 heirateten in Büsum, Dithmarschen, der Arbeiter Johann Stephan Paschke aus Lewitz und die Arbeiterin Johanna Juliana Kaleske aus Schichagora. Sie waren wie viele ihrer Landsleute aus der damaligen preussischen Provinz Posen nach Dithmarschen gekommen, um an der 1869 gegründeten Zuckerfabrik in Wesselburen zu arbeiten. Einige Zeit später liess sich die junge Familie dauerhaft in Groven bei Lunden nieder, wo Johann Stephan Paschke schliesslich etwas Land erwerben konnte. Das Paar hatte eine sehr grosse Kinderschar. Die zahlreichen Nachkommen leben noch heute grösstenteils in Dithmarschen.

Zusammen mit Johanna Juliana Kaleske waren auch ihre Geschwister nach Dithmarschen gekommen. Dies waren: 1. Johann Dienegott Kaleske (1848 - 1915), Arbeiter in Arkebek, Kirchspiel Albersdorf, verh. mit Johanna Auguste Schmirgal; 2. Johanna Rosina Kaleske (1852 - 1922), verh. mit Johann Wilhelm Dienegott Schädler, Arbeiter in Wesselburen; 3. Auguste Wilhelmine Kaleske (1863 - ?), verh. mit Johann Hinrich Kähler, Arbeiter und Kätner in Immenstedt, Kirchspiel Albersdorf;

 

Im Sommer 2000 reisten einige Freunde (Birte, Nils und Heiko) und ich in die ehemalige preussische Provinz Posen. Erste Übernachtungsstation war hierbei die hübsche Stadt Neutomischel (Nowy Tomysl). Von hier unternahmen wir mehrere Streifzüge in die Umgebung, was für mich besonders interessant war, da aus dieser Gegend meine Ururgroßeltern mütterlicherseits stammen (Johann Stephan Paschke und Johanna Juliana Kaleske s.o.). Auf diesen Touren entstanden die nachfolgenden Fotos.

Alte Windmühle in der Nähe von Borui Kirchplatz (Boruja Kosc)

 

Dorfstrasse in Schichagora (Cicha Góra), von hier stammt Johanna Juliana Kaleske (27) . Der Ort Schichagora geht auf eine Holländersiedlung zurück. Seit 1757 siedelten sich in dem Waldgebiet um den "Stillen Berg" (Cisia Gora) deutsche Bauern nach Holländerrecht an. Zu einem Mittelpunkt des Dorfes wurde eine Gastwirtschaft, die "Ziegenkrug" genannt und bald auch über die Grenzen Schichagoras hinaus bekannt wurde, da sie an einer verkehrsgünstigen Kreuzung von meherern Wegen lag. Die Gemeinde zieht sich zu beiden Seiten des Weges von Bucowiec nach Boruy hin. Im Jahre 1871 gehörten zur Gemeinde 104 Wohnhäuser mit 702 Bewohnern (Quelle: Kraft, Arno (Hrsg.): ...und dazwischen Neutomischel. Deutsche im ehemaligen Kreis Neutomischel. Berlin 1998).

 

Heiko, Birte und Nils vor dem ehemaligen Gasthaus "Ziegenkrug" in Schichagora

 

Neutomischel (Nowy Tomysl), ehemalige Kreisstadt , Rathaus mit Markt

 

 

links: Lewitz (Lewice), von hier stammte Johann Stephan Paschke (26); rechts: ehemalige Goldstrasse in Neutomischel

Nils und ich bei der Routenplanung